Der Sonne entgegen … 

… weg von dem Schnee. Christine hat heute – eh klar, typisch deutsch, Rabatz gemacht beim Campingplatz, dass gefälligst SCHNEEGRÄUMT WIRD UND WIR FAHREN KÖNNEN! Der Auslöser dürfte die erste leere Gasflasche (und mit Gas wird geheizt!) gewesen sein.
Ich wollte ja nett und höflich anfragen, ob eventuell geräumt werden könnte – durch mein körperliches Handicap kam ich aber gerade noch zur Dusche/zum WC, aber nicht noch hinauf bis zur Rezeption des Platzes.


Und schwuppsidiwupps wurde mit einem Minitraktor der Schnee geräumt. Ich klemmte mich hinters Steuer, den Klumpfuss aufs Gas und ab ging´s in den Süden.
Soweit der Plan – aber Italien hat wirklich Höhen und Tiefen – so kamen wir auf knapp 1000 Meter, bevor es wieder runter ging Richtung Perugia und weiter nach Terni. Ich fand leider zwischen San Marino und Neapel online keinen guten Campingplatz. Aber in Terni habe ich ein Hotel gefunden. 3 Sterne, mit Frühstück, Zimmer für 2: knapp 50 Euro. Ja – das Hotel hat bereits besser, viel bessere Zeiten gesehen. Nein – es gibt kein SAT-Fernsehen und keine deutschsprachigen Programme im Classic Hotel Tulipano (übrigens: im Zimmer 504 ist die Sprache auf Deutsch eingestellt und um den Hotelmodus zu verlassen ist das Passwort bis jetzt „0000“ gewesen. Die werden mich verfluchen und nie auf das neue Passwort kommen *gggg*). Und das Resti macht erst um halb 8 auf. Für italienische Verhältnisse sicher früh – wir sind leider noch nicht „angekommen“ und um 6 Uhr bei 9 Grad im Wohnmobil in San Marino aufgestanden.
Tripadvisor hat uns dann „Rimpizzati“ empfohlen – öffnet um 17:30. Und auf dem Weg dorthin – wir waren zu früh – liegt *sabber* die Pasticceria Evy. Paolo, der Kellner, hat uns freundlichst (!!! – kein Sarkasmus) empfangen und als alter Angeber habe ich mit gestammeltem italienisch 2 Cocktails bestellt, die seine Spezialität sind. Es wurden „White Ladys“, nachdem uns Nüsse, Chips und ein paar Brötchen (aber keine Bruscetta) auf den Tisch gestellt wurden. Noch nichts gegessen stürzten wir uns auf alles essbare 😉
auf einem Nebentisch wurde in der Zwischenzeit ein weiterer Tisch dazugestellt, um für „la familia“ Platz zu machen. Also ein paar bambini, Frauen und Männer … eh nett. 😉
Dann kam scheinbar „la nonna“ zu uns und redete uns nieder – tja. Verstehen? Niente. Es wurde mit Händen und Füßen geredet (oder wie Nonna meinte „gesti“) und schliesslich dürfte sich ihre Tochter erbarmt haben, ein bisschen ins englisch zu übersetzen.
Wir nuckelten an unserer „signora bianca“. Da kam Nonna mit einem Tellerchen mit 4 kleinen Stücken vom Himmel. Es war Gebäck. Jedes gefüllt mit grob geschätzen 4962 Kalorien und schmeckt gigantisch. Einfach „buonissimo“. Paolo erklärte uns, dass Nonna eigentlich „Chef“ ist. Es ist immer wieder erstaunlich, wie nett uns Menschen von überall begegnen.
Aber wir wollten unsere Bäuche mit „echtem“ Essen füllen und da Rimpizzati jetzt offen hatte, brachen wir auf, verabschiedeten uns und gingen genau gegenüber in das Lokal. Das ist kein Lokal – es ist … eigentlich eine Imbissstube, aber mit sauleckeren Pizzen!

Ich will jetzt nicht aufzählen, was wir alles gegessen haben und dass nach dem Verlassen des Lokales ein Schild in das Fenster gehängt wurde, mit der Aufschrift „Deutsche/Österreicher waren hier – alles weggefressen“ – ich möchte nur schreiben, was Christine bezahlt hat für
– eine Flasche Rotwein (war echt gut)
– eine große Flasche Mineralwasser
– 6 Stück Pizza (eckig; ca. 25×20 cm
Summe: 14 Euro.
Natürlich bin ich zur Kellnerin und habe nachgefragt, ob das nicht zuwenig sei – nein. Das ist okay so.
Mit vollem Bauch zurück ins Evy – eigentlich wollte ich Süßkram Ende nie mitnehmen. Dann aber kam die Vernunft über mich, wie der Engel über die jungfräuliche Maria … kein Essen. Ich bin satt und will es geniessen.
2 Whiskey (Tullamore Dew; 6 Euro), eine freundschaftliche Verabschiedung und zurück ins Hotel – mein Klumpfuß schmerzte.

Fazit: Terni – eine Stadt in Italien. Wenn man da ist, dann würde ich einen Besuch im Rimpizzati empfehlen und anschliessend zu Paolo ins Evy!

Jetzt schmeissen wir uns noch einen Limoncelli ins Hirn, den Christine aus dem Wohnmobil geholt hat (nachdem sie vorsorglich die Alarmanlage getestet hat) und ab in die Heia …

9 Kommentare zu „Der Sonne entgegen … “

  1. Während ich im Fitnessstudio auf der Radelmaschine sitze und mir einen Wolf strample lese ich natürlich soooo gerne was für geile Pizzen ihr nicht gegessen habt *sabber*, lasst es euch schmecken und ordentlich gut gehen, ich schalte dann mal einen Gang hoch weil ich durchs lesen sicher schon zugenommen habe, und bin davon 😉

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  2. Hey schön dass ihr es nicht gleich übertreibt und Euch ein Zimmer genommen habt um Eure Zeit zu genießen. Kulinarisch solltet ihr ja im gelobten Land sein, das scheint sich zu bestätigen! Dann Prost noch, sitz ich hier mit meinem Zipfer….

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      1. Wir haben 2 Flaschen mit, Markus. Wo man die alle bekommt, wissen wir auch noch nicht genau – müssen uns erst schlau machen. Aber auf dem Campingplatz Spartacus bei Neapel gibt es eine Möglichkeit, die Flaschen befüllen zu lassen.

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