4 Wochen …

… oder 1 Monat – wir sind am Sonntag, 18. Februar in Wien aufgebrochen zu unserem Abenteuer.

Urlaub will ich es nicht nennen, den unter Urlaub versteh ich was anderes – Campen ist nicht unbedingt „Urlaub“ für mich. Urlaub heisst eher: ich brauche NICHT abwaschen oder abtrocknen (maximal den Geschirrspüler in Gosau ein- und ausräumen).

Wir hatten letzte Nacht ein heftiges Gewitter – kann auch sein, dass einem in einem Wohnmobil alles „heftiger“ vorkommt … wettertechnisch. Der Regen prasselt auf das dünne Blechdach und schon glaubt man, die Welt geht unter – es war so laut, dass wir uns nicht ohne schreien verständigen konnten.

Eigentlich kommen mir diese 4 Wochen nicht vor wie 4 Wochen – eher wie eine … oder 10 Tage. Und obwohl wir schon ein paar Tage hier in Pompeji sind, ist es nicht langweilig. Bis jetzt waren wir auch fast jeden Tag „irgendwo“ – und wenn es nur einkaufen ist. Heute wird der erste Tag, wo ich wieder „Ruhe“ gebe, um meinen Fuß nicht zu überlasten. Es wird nur gekocht und MotoGP geschaut! Was ist eigentlich los mit dem Werksteam von Yamaha? Wieso fährt denen das Tech3-Team um die Ohren? Ist dieser Zarco echt so gut? Bin gespannt, wie dass dann mit KTM-Mohrln wird …

Vor 3 oder 4 Tagen hatte ich ein persönliches Tief und war ziemlich gefrustet.Ich habe keine Ahnung warum genau, denke aber, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden war … es kann aber auch sein, dass ich mich über eine Gruppe Schüler/Touristen so geärgert habe, weil sie zu dritt oder viert am Gehsteig (sofern vorhanden) nebeneinander gehen und keine Anstalten machen, einem auszuweichen, wenn man entgegen geht. Oder dass ich den Süden Italiens nicht „verstehe“. Dass der Mitteleuropäer da zu sehr durchschlägt. Noch immer ist es für mich unbegreifbar, wie man alles so verludern und verdrecken lassen kann – als ob einem das alles nichts angeht. Wie kann „Italien“ als Land funktionieren? Das ist echt ein Wunder.

Daher sind wir vorgestern, Freitag, essen gegangen: ins „Stuzzico by Lucius“. Der nette Besitzer konnte zum Glück sehr gut englisch – obwohl er das, nachdem ich meinen Standardsatz „scusa non parlo italiano“ losgelassen habe, sehr oft ignorierte und mich mit italienisch niederquasselte (NICHT negativ gemeint das quasseln). Der Besitzer ist ein Wirt mit leib und Seele – und vor allem Herz. Er hat Christine eine Meeresfrüchtepasta empfohlen, die ihr sehr geschmeckt hat (gibt nur ein Foto – kein Video „LASS DAS!“).

IMG_1477Zum Schluss hat er uns noch wort- und gestenreich erklärt, dass er kein (oder fast kein Salz) zum Kochen verwendet – natürlich auf italienisch. Irgendwann musste ich ihn allerdings unterbrechen, weil ich nichts mehr verstand und er schwenkte um auf englisch.
Um zu erklären, warum er kein Salz verwenden müsste, kam er mit frischen Muscheln, öffnete eine und das Meerwasser kam aus der Muschel – klar, das ist ja schon salzig. Und außerdem verwendet er nur regionale Produkte …
Da wir ihm scheinbar sympathisch waren (oder auch nur, weil wir ihm so lange zugehört haben), gab es nach der Rechnung noch einen Limoncello. Und was für einen … der war echt ein Traum. Prompt kam – diese mal in englisch – auch die Erklärung: er macht ihn selber! Aus Zitronen und 96%igem Alkohol … ansetzen und im Kühlschrank reifen lassen … wirklich der beste Limoncello, den wir bis jetzt hatten.
Wir beschlossen den Abend mit einem Cocktail in der „Exclusive Moai Tiki Bar“ und schlenderten nach Hause.
IMG_1478Christine ging vor zum CaMoRo „Muss pipi!“) und ich noch schnell Küchenrolle einkaufen (das war so gegen 21:00 – aber der Markt, ein Carrefour Market – Supermarket, der 24 Stunden, 7 Tage offen hat, lag auf dem Weg. Auf dem Eingang zum Parkplatz standen 2 Perlen der Nacht (eine alt und eine war ein Einer) und am Ausgang vom Parkplatz stand eine weitere Perle (endlich eine jüngere, hübscher). Und kurz vor dem Platz, standen nochmal 4 beisammen – aber ich lies alle links liegen und ging … heim.

img_1479.jpgAlso – 4 Wochen CaMoRo: wir haben begonnen, das Wohnmobil in „Zimmer“ einzuteilen: das Bad, das Schlafzimmer, … und haben eine Eingangstür – im Gegensatz zu den Fahrer- und Beifahrertüren. Schön langsam kommt bei mir die Gewissheit auf, dass wir es länger aushalten werden – denn ich muss gestehen, ich hatte Angst, dass es nach 2 Wochen uns beiden so am Arsch geht, dass wir abbrechen. Ich freue mich vor allem auf wärmeres Wetter (angeblich bekommen wir nächste Woche bis zu 5 Grad in der Nacht und unter tags knapp um die 13 Grad nur!), den Norden und Frankreich.

5 Kommentare zu „4 Wochen …“

  1. Gratuliere zum ersten Monat 👍👏😃 Wahnsinn wie die Zeit vergeht 🙉 Es freut mich echt, dass es euch, bis auf ein paar Kleinigkeiten – die auch normal sind und daheim auch vor kommen, alles wirklich gut läuft!!! Nach ein paar Monaten werdet ihr euch gar nicht mehr an alles erinnern, aber du dokumentierst ja brav 😊 Ronny und ich haben letztes we Freunden von eurem Trip erzählt – und da musste ich eingestehen, dass ich es mir nicht vorstellen könnte so lange weg zu sein. Aber nicht, dass es mit Ronny auf wenig Platz funktioniert – das würde jedenfalls sicher klappen, aber wie du auch schreibst, es ist eigentlich kein Urlaub. Jeder Urlaub wäre nun spätestens zu Ende – und ihr seid weiterhin unterwegs. Genießt das Privileg in vollen Zügen – das Glück 🍀 und die Möglichkeit 🚐 hat man vielleicht nur einmal im Leben. Wir wünschen gute Weiterfahrt und bald wärmeres Wetter – wobei bei uns ist auch der Winter mit Schnee ❄️ und Kälte zurück gekehrt 😩😡 Ganz liebe Grüße von uns an euch 😃😘

    Gefällt 1 Person

  2. Wow, schon ein Monat! Freue mich, dass Ihr Euch „eingelebt“ habt und dass Ihr weitermacht. Habe Süditalien gar nicht sooo schlimm in Erinnerung. Aber vielleicht hat man in einwöchigen Urlauben (echten! 😃 ) eine andere Wahrnehmung.

    Liebe Grüße und alles Gute weiterhin.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Thomas, schön von Dir zu lesen. Wann warst Du damals in Sizilien? Ich denke, dass man/frau auch im Alter etwas … „komischer“ wird. Mir taugts einerseits ja echt von der … „Mentalität“, der Lässigkeit und des „Wirdschowerden“. Aber andererseits kotzt mich die Verschmutzung einfach zu sehr an. Wenn ich mir vorstelle, dass in Gosau am Straßenrand lauter Müllsackln liegen … ich würd auszucken.
      Hoffe, es geht Dir gut. Wäre schön, wenn wir drei alten Herren (Du, Ronny und ich) uns dann im Herbst/Winter mal auf ein Bier treffen würden. Liebe Grüße …

      Gefällt mir

      1. Kalabrien ist schon länger her, >15 Jahre. Sizilen war auch schon wieder 2012 (OMG!). Vielleicht ist die Erinnerung bereits verblasst, oder es ist uns nicht mehr aufgefallen weil wir den Saustall aus Griechenland gewohnt waren. Aber bei uns sieht’s ja mittlerweile neben Bundesstraßen auch oft aus, wie auf einer Zufahrt zur Mülldeponie. Leider.

        Schluss mit Sudern. Genießt Euren Nicht-Urlaub 😉. Auf das Bier freue ich mich schon!

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s